14. März 2025

Fachkräfte-Notstand auf dem Land: Warum Zuwanderung jetzt zur Rettung wird

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Stadt versus Land: Wer hat die besseren Chancen auf Fachkräfte?

Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen für den deutschen Arbeitsmarkt – und trifft ländliche Regionen besonders hart. Während Städte wie Berlin, Hamburg oder Köln oft noch Fachkräfte anziehen, haben Unternehmen auf dem Land zunehmend Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Eine neue Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) zeigt jedoch: Ohne Zuwanderer wäre die Lage noch dramatischer.

Doch wie groß sind die Unterschiede zwischen Stadt und Land wirklich? Und was muss passieren, damit der ländliche Raum langfristig attraktiv bleibt?

Fachkräftemangel auf dem Land: Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Die Studie zeigt, dass die Fachkräftelücke in Deutschland alarmierend groß ist. Bundesweit gibt es rechnerisch für rund 42 Prozent aller offenen Fachkräftestellen keine passenden Bewerber. In ländlichen Regionen liegt diese Quote jedoch bei 62 Prozent – hier ist es also noch schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Besonders betroffen sind Berufe, die eine hohe Qualifikation erfordern. Während in Großstädten bereits fast sechs von zehn Expertenstellen unbesetzt bleiben, sind es in dünn besiedelten ländlichen Gebieten fast drei Viertel. Ein besonders kritischer Bereich: die medizinische Versorgung. Der Mangel an Ärzten ist in vielen ländlichen Regionen bereits so groß, dass Praxen und Krankenhäuser um ihre Existenz kämpfen.

Hinzu kommt der demografische Wandel. Eine Umfrage der KfW-Bank unter kleinen und mittleren Unternehmen zeigt, dass das Arbeitskräftepotenzial in ländlichen Regionen in den nächsten zehn Jahren um neun Prozent schrumpfen wird. Städte und Ballungsräume sind hier mit einem Rückgang von etwa acht Prozent etwas besser dran – doch auch dort wird es nicht einfach.

Warum Zuwanderung für das Land so wichtig ist

Während die Zahl deutscher Fachkräfte in ländlichen Regionen weiter sinkt, zeigt die Kofa-Studie eine erfreuliche Entwicklung: Die Zahl ausländischer Fachkräfte ist zwischen 2022 und 2023 in ländlichen Arbeitsagenturbezirken um 8,3 Prozent (in Regionen mit Verdichtungsansätzen) bzw. 10,5 Prozent (in dünn besiedelten Gebieten) gestiegen.

Gerade in der Pflegebranche sind Zuwanderer längst unverzichtbar: Jede sechste Pflegekraft stammt mittlerweile aus dem Ausland. Ohne sie wäre die Situation in vielen Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Diensten kaum noch zu bewältigen.

Doch Zuwanderung allein wird das Problem nicht lösen. Die Studie zeigt, dass die Integration ausländischer Fachkräfte in den Arbeitsmarkt oft von bürokratischen Hürden gebremst wird. Die Anerkennung von Berufsabschlüssen dauert zu lange, und gerade kleinere Unternehmen auf dem Land haben oft nicht die Ressourcen, sich intensiv um internationale Fachkräfte zu kümmern.

Ein Vorschlag des Ifo-Instituts könnte helfen: Asylsuchende sollten nicht nur nach Bevölkerungszahl auf die Landkreise verteilt werden, sondern auch nach der Anzahl offener Stellen. So könnte die Integration besser gelingen – und Unternehmen könnten schneller die dringend benötigten Arbeitskräfte finden.

Was muss passieren, damit das Land attraktiver wird?

Zuwanderung ist ein wichtiger Faktor – aber nicht die einzige Lösung. Damit ländliche Regionen langfristig als Arbeits- und Lebensorte attraktiv bleiben, müssen sie sich gezielt weiterentwickeln. Die Studie schlägt dazu mehrere Maßnahmen vor:

  1. Mehr Forschung und Innovation auf dem Land
    Akademische Fachkräfte zieht es oft in Städte, weil dort die meisten Universitäten, Forschungszentren und Start-ups angesiedelt sind. Wenn gezielt Forschungseinrichtungen und innovative Unternehmen in ländlichen Regionen angesiedelt würden, könnte das helfen, hochqualifizierte Experten anzulocken.

  2. Bessere Infrastruktur und digitale Anbindung
    Günstigere Mieten und Naturnähe sind schöne Argumente – aber sie allein reichen nicht, um Menschen aufs Land zu locken. Entscheidend sind eine schnelle Internetverbindung, ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr und eine zuverlässige Gesundheitsversorgung. Wer von überall aus arbeiten kann und nicht für jede Kleinigkeit in die Stadt pendeln muss, wird sich eher für ein Leben auf dem Land entscheiden.

  3. Gezielte Standortkommunikation
    Viele ländliche Regionen bieten bereits heute attraktive Bedingungen für Fachkräfte – aber sie werden kaum wahrgenommen. Ein aktives Standortmarketing, das auf die Vorteile wie günstiges Wohnen, bessere Kinderbetreuung oder Naturnähe hinweist, kann dabei helfen, mehr Fachkräfte anzuziehen.

Fazit: Ohne Zuwanderung wäre die Lage auf dem Land noch dramatischer

Die Kofa-Studie macht eines klar: Ohne ausländische Fachkräfte würde es in ländlichen Regionen kaum noch Fachkräftezuwachs geben. Doch um den Arbeitsmarkt langfristig zu stabilisieren, braucht es mehr als nur Migration.

Bessere Infrastruktur, gezielte Investitionen in Forschung und ein attraktives Standortmarketing sind entscheidend, damit sich mehr Menschen für ein Leben und Arbeiten auf dem Land entscheiden. Gleichzeitig sollte die Politik die Einwanderung von Fachkräften erleichtern – etwa durch eine schnellere Anerkennung von Berufsabschlüssen und eine bessere Arbeitsmarktintegration.

Wie New Start Germany Unternehmen unterstützt

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Rural Workforce Crisis: Why Immigration Is Now the Key to Survival

Cities vs. Rural Areas: Who Has Better Chances of Attracting Skilled Workers?

The shortage of skilled workers is one of the biggest challenges facing the German labor market—hitting rural areas particularly hard. While cities like Berlin, Hamburg, and Cologne still attract qualified professionals, companies in rural regions are struggling to fill vacancies. However, a new study from the Competence Center for Securing Skilled Labor (Kofa) reveals that without immigrants, the situation would be even worse.

But how big are the differences between urban and rural areas? And what needs to be done to make rural regions more attractive in the long run?

Skilled Labor Shortage in Rural Areas: The Numbers Speak for Themselves

The study highlights a significant shortage of skilled workers across Germany. Nationwide, around 42% of all open skilled labor positions cannot be filled due to a lack of qualified candidates. In rural areas, however, this figure jumps to 62%, making it even harder for businesses to find the employees they need.

The problem is particularly severe in fields requiring high qualifications. While almost six out of ten expert-level positions remain vacant in urban areas, the situation is even worse in sparsely populated rural regions, where nearly three-quarters of these positions go unfilled.

One particularly alarming sector is healthcare. Many rural hospitals and clinics are struggling to stay open due to a lack of doctors and medical professionals.

On top of this, demographic change is making matters worse. A survey conducted by the KfW Bank among small and medium-sized enterprises (SMEs) found that the labor force in rural areas is expected to shrink by 9% over the next ten years. While urban regions will also experience a decline, the projected reductions of around 8% are slightly less severe.

Why Immigration Is Critical for Rural Labor Markets

While the number of German-born skilled workers in rural regions continues to decline, the Kofa study highlights an encouraging trend: The number of foreign skilled workers in rural labor agency districts grew by 8.3% (in semi-urban areas) and 10.5% (in sparsely populated areas) between 2022 and 2023.

The healthcare sector is one of the clearest examples of this shift: One in six caregivers in Germany now comes from abroad. Without these workers, hospitals, nursing homes, and outpatient care services would be unable to meet demand.

However, immigration alone will not solve the problem. The study reveals that the integration of foreign professionals into the labor market is often hindered by bureaucratic obstacles. Recognizing foreign qualifications takes too long, and smaller businesses in rural areas often lack the resources to effectively support international hires.

A proposal by the Ifo Institute could help: Instead of distributing asylum seekers across districts based on population size, the allocation should be based on the number of open positions. This approach could improve labor market integration while helping businesses find much-needed employees.

How Can Rural Areas Become More Attractive?

Immigration is an important factor—but it is not the only solution. To remain competitive, rural regions must actively enhance their appeal as places to live and work. The study suggests several key measures:

  1. More Research and Innovation in Rural Areas
    Highly qualified professionals often move to cities because that’s where universities, research centers, and startups are concentrated. Strategically establishing research institutions and innovative businesses in rural areas could help attract top talent.

  2. Better Infrastructure and Digital Connectivity
    Affordable housing and natural surroundings are attractive perks—but they are not enough on their own. Fast internet, reliable public transportation, and strong healthcare services are essential to making rural life a viable choice for skilled workers. If people can work remotely and access essential services without traveling long distances, they are more likely to consider living in rural areas.

  3. Targeted Regional Marketing
    Many rural areas already offer excellent living conditions—but they are not well-known. A more active regional marketing strategy that promotes benefits like lower living costs, better childcare options, and access to nature could help attract skilled workers.

Conclusion: Without Immigration, the Situation in Rural Areas Would Be Even Worse

The Kofa study makes one thing clear: Without foreign professionals, the number of skilled workers in rural areas would barely be growing at all. However, securing a stable labor market in these regions will require more than just immigration.

Better infrastructure, targeted investments in research, and strategic marketing are essential to making rural areas attractive to skilled workers in the long term. At the same time, policymakers should simplify immigration procedures—by accelerating the recognition of foreign qualifications and improving labor market integration.

How New Start Germany Supports Businesses

Companies in rural areas face significant challenges—but they also have great opportunities. New Start Germany helps businesses recruit and integrate international professionals successfully. Contact us today to learn how we can help you meet your skilled labor needs!

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